Die Bedeutung des Namens

 

Inhalt:     1.  Wortsinn des Namens

2.  Kurzformen

3.  Verkleinerungsformen (Merkel, der kleine Marquart)

4.  Der "Beruf Markwart“

5.  Markward als "patronymische“ Herkunft

6.  Markward als „Leitname“

7.  Studie zum Namen Marquart

 

1.      Wortsinn des Namens:

Der Name Markwart ist ein zusammengesetzter Name und bedeutet: Wächter der Grenze, Hüter und Schützer der Mark, Hüter des Waldes (Förster?).

In der Tiersage heißt der wachsame Eichelhäher auch Markwart (er warnt die Tiere bei Gefahr).

 

               Namensteile sind

 

altdeutsch  "marcha", altsächsisch „marka“, langobardisch „marca“           

 

 

 

Grenze, Rand, Grenzland

 

altdeutsch "wart", angelsächsisch „warden“, langobardisch„wahtari“,                                     

 

Schützer, Hüter, Wächter

    

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2.  Kurzformen:

Mark, Marck, Merk, Merck, Make, Macke, Markes, Marxs, Marx, Merx, Markert, Merkert

 

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3.  Verkleinerungsformen:

Merkel, Markel, Merkle, Merklin, Märklin, Markle, Marklin, Märklein, Merklein Merkel, Merkele

 

Hierzu Artikel aus „Die Welt“:     Merkel: Der kleine Markwart

 

 

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4.  Der "Beruf" Markwart

 

Gründungen von Grenzmarken sind hauptsächlich durch Karl dem Großen (8./9.Jahrhundert) und den Ottonen (10./11.Jht) erfolgt. Die „Berufsbezeichnung“ "Markwart" als "Schützer der Mark" kann es demnach erst seit dieser Zeit geben; außer, sie bezieht sich auch auf kleinere Einheiten wie z.B.: die gemeine Mark mit einem „Schützer der Gemeinde“, quasi einen „Dorf-Gendarm“.          

Der Markwart hatte die Aufgabe, die Mark mit Burgen zu versehen, die Region zu verwalten und zu schützen. Oft mit Vogt- und Grafenrechten. In der Regel war er Burgherr und Ritter. 

Markwarte waren beruflich wohl „Beamte“, sogenannte Ministerale.  Der Einsatz von Ministeralen sollte die Macht der Stammesherzöge schwächen und die des Königs stärken. Das Amt des Markwarts wurde später teilweise vererbt.

Die Geschichte des Namens ist daher eng mit der deutschen Geschichte verzahnt. Neben den Salierkaisern setzte insbesondere Kaiser Barbarossa im 12. Jahrhundert auf eine Reihe von Markwarten. Berühmtheit erlangten dabei z.B.: Markwart von Annweiler, M. von Grumbach, M. von Neuenburg,  M. von Veringen, M. von Randeck.

 

Bis auf 4 Personen handelt es sich bei den "entdeckten"  Markwarts vor 1000 neben den o.g. Mönchen/Äbten/Bischöfen um Grafen (11, höchstwahrscheinlich "Berufs-Markwarte"). Bei diesen 4 Personen ist bekannt, daß es sich um Grundbesitzer handelte, die große Schenkungen an Klöster machten. Dabei könnte es sich aber auch, wie bei den Grafen, um "Berufs-Markwarte" handeln, die ihren "Mönchs-Söhnen" eine "Mitgift" mitgaben oder für ihr eigenes Seelenheil stifteten. Die Stifter des Klosters stellten dabei in der Regel aus ihrer Familie den Abt oder die Äbtissin.

 

Ab wann es sich um einen Rufnamen für eine "Berufsbezeichnung" handelt bzw. um eine "zufällige" Verwendung der zwei Namen "Mark" und " Wart" oder um eine Übernahme des Namens vom Vater ist schwer zu sagen. Namensänderungen machen die Schlussfolgerung unmöglich. Oft haben die  Söhne den Namen der Burg angenommen, auf der sie wohnten. Damit ist eine Weiterverfolgung recht schwierig.

 

 Hierzu Artikel aus „Die Welt“:   Als der Beruf zum Familiennamen wurde

 

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5.  Markward als "patronymische“ Herkunft

 

Im 9. Jahrhundert wurden interessanterweise nur Markwarte als Mönche und Äbte gefunden.

Sie lebten in „strategischen“ Klöstern der Franken zur Eroberung des Ostens (Lobbes, Corvey,  Fulda, Hildesheim und Hersfeld für Sachsen; Münstereifel, Ellwangen und Feuchtwangen für Schwaben/Nordbayern; Salzburg für Böhmen, „Österreich“, Slowenien, Nordost-Italien).

Mönche und Äbte waren häufig mit dem Markwart verwandt.

           

            Es ist bewiesen, daß der Name auch bei Personen mit anderen Berufen (nicht nur bei "Berufs-Markwarten") vorkam. So hießen z.B.: 15 Mönche/Äbte/Bischöfe  im 6. bis 10. Jahrhundert Markward. Dies könnte auf eine patronymische Abstammung hindeuten, also die Benennung nach dem Namen (und gleichzeitig Beruf!?) des Vaters.

 

In Klöster gingen im Mittelalter nämlich meistens nur die Söhne  von  reichen/adeligen Zeitgenossen. (Die Erfassung von Klosterbewohnern ist über die Auswertung von Gedenkbüchern gut erschlossen. ) In diesem Falle ist die Idealisierung der Berufsbezeichnung im  Rufnamen Grund für die Auswahl des Namens bzw. die Übernahme des Namens vom  Vater.  Dies gilt vermutlich auch für den Mönch/Abt Theoderich (Markwart), der 533 starb.

 

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6.  Markwart als "Leitname"

Die Verwendung als zweiter Name, also Familienname erfolgte frühestens ab dem 12. Jahrhundert.

 

Eine Reihe von Familien benutzte den Namen als Leitnamen:  Zum Beispiel das mächtige böhmische Geschlecht der Markwartinger (Markvartici) vom 12. bis 14. Jahrhundert an der Seite der böhmischen Herzöge/Könige. Es war im 12. Jahrhundert bei böhmischen Fürsten „modern“, den Kindern sächsische (deutsche) Vornamen zu geben. Oder als zweites Beispiel die "Eppensteiner" Markwards (auch bayrische/steyrische Markwards genannt)

Häufig wurde als Familienname nicht der Rufname sondern der Ort der Herkunft bzw. der Name einer Burg verwendet.

 

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7.  Studie zum Namen Marquart

 

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